Mit Claudia durch Eversten // Zeig mir dein Oldenburg...

1.5.19

Claudia ist gerne in der Natur und wohnt u.a. deshalb in Eversten
Huhu, lange nicht gesehen! Ja, denn ich hatte viel zu tun. Aber endlich geht es - nach zwei Monaten Pause - mit der Artikelserie "Zeig mir dein Oldenburg" weiter.

Im ausklingenden Winter hatte ich mich schon mit Claudia in ihrem Stadtteil Eversten getroffen und zeige euch jetzt, was man in Eversten alles machen kann und warum es schön ist, dort zu wohnen.



Claudia wohnt nicht nur in einem der größten sondern auch in einem sehr geschichtsträchtigen Stadtteil Oldenburgs. Eversten, das schon lange existiert, aber erst 1924/25 an die Stadt Oldenburg angeschlossen wurde, erstreckt sich von der südlichen Stadtgrenze (Richtung Edewecht) bis zur Marschwegkreuzung, aber auch noch weit nach Osten und Westen (Eichenstraße bzw. Hundsmühlerstraße).

Unsere Erkundungstour startet in der Eichenstraße und Claudia erklärt mir noch bevor wir losfahren, dass wir uns nicht das gesamte Ausmaß von Eversten anschauen können. Um die Runde, die sie für uns geplant hat, auch in angemessener Zeit zu schaffen, sind wir natürlich mit unseren Fahrrädern unterwegs. Denn das beste Verkehrsmittel Oldenburgs ist auch in Eversten sehr nützlich.


Und so fahren wir erstmal am Friedhof vorbei zur Edewechter Landstraße. Hier springt einem sofort die alte Tankstelle ins Auge, die wie Claudia mir berichtet unter Denkmalschutz steht. Allerdings sind die Gebäude nebenan, die ich auch noch kannte, schon länger abgerissen; das Grundstück liegt brach und versprüht im Moment nicht gerade viel Charme. Schade, denke ich mir. Wenn alles schön hergerichtet wäre, könnte man hier bestimmt coole Fotoshootings machen. Die Bauweise ist nämlich schon recht ungewöhnlich für Oldenburg und erinnert eher an die 50er Jahre in den USA.


Statt weitere große Straßen und Trubel (den es hier am Sonntag sowieso nicht gäbe) suchen Claudia und ich Ruhe und Natur. Beides finden wir an der Tonkuhle, die in der Wintersonne döst und ein tolles Fotomotiv abgibt. Nur ein paar Jogger und Spaziergänger sind hier am Sonntagmorgen unterwegs. An schönen Frühlingstagen ist an der Tonkuhle weitaus mehr los und auch Claudia ist gerne in dieser Ecke von Eversten, wie sie mir verrät.

In den kleineren Oldenburger Straßen entdecke ich in den Vorgärten oft interessante Objekte, so wie diesen Anhänger


Von der Tonkuhle radeln wir weiter und ich habe fast etwas die Orientierung verloren, bis wir ein größeres Geschäft erblicken, das ich kenne: den Bioladen "Ecocion", der an der Hundsmühlerstraße liegt und genauso wie Veggiemaid ein gutes Angebot an unverpackten Lebensmitteln hat.

Sonntags hat der Laden natürlich geschlossen und auch sonst ist an dieser "Hauptverkehrsader" Oldenburgs an diesem Wochentag nicht viel los. Claudia erklärt mir, dass egal wie wuselig es in der Woche in Eversten zugeht, am Sonntag erkenne man den dörfischen Charakter des Stadtteils. Und genau das ist es auch, was der gebürtigen Bremerin so gut gefällt und was dazu geführt hat, dass sie schon ihr halbes Leben hier wohnt: der Mix aus Action und Ruhe. "Man ist schnell im Zentrum, aber auch schnell in der Natur!"

Ein schönes Haus in der Morgensonne
Ein bisschen Natur, die Tonkuhle, haben wir heute ja schon gesehen. Dazu gesellen sich noch das weiter westlich der Hundsmühlerstraße gelegene Eversten Moor und der Schwanenteich, die wir heute jedoch überspringen und uns stattdessen aufmachen zu unserem nächsten Ziel: dem Eversten Holz, einem der bekanntesten innerstädtischen Naherholungsgebiete  Oldenburgs.

Zur Rushhour chronisch verstopft - Sonntags wie leergefegt: die Hauptstraße
Das Eversten Holz (wie es korrekt heißt) oder wie viele sagen: der Eversten Holz (im Sinne von "der Wald") liegt an der Grenze des Dobbenviertels, wie ich schon bei meinem allerersten Stadtteilspaziergang mit Lara herausgefunden habe. Er ist 18 Hektar groß und hat mehrere Zugänge, einen davon am Marktplatz Eversten.

Dort ist zweimal die Woche Wochenmarkt und einmal im Jahr dreht sich hier alles um den sogenannten "Brunnenlauf", nämlich am ersten Sonntag im Juni. "Der Brunnenlauf ist - neben dem Volkslauf - ja auch ein kleines Stadtteil- bzw. Straßenfest. Da gehe ich dann immer ganz gerne hin, weil man natürlich viele Bekannte trifft", erzählt mir Claudia als wir am Markt ankommen.


Das Fachwerkgebäude auf dem Foto ist das älteste heute noch existente Haus Everstens

Der Eversten Holz und sein Spielplatz sind bei den Oldenburger/innen sehr beliebt
Wir stellen unsere Fahrräder ab und schauen uns etwas um. Der alte Brunnen wird nicht mehr als solcher genutzt, ist aber ein Symbol für Eversten. Im Gebäude dahinter ist der Waldkindergarten untergebracht und davor entdecken wir einen alten Grundstein von 1839 (der von einem gegenüberliegenden, heute längst abgerissenen Haus stammte)

Im Wald selbst ist zu dieser frühen Stunde noch nicht so viel los. "Ich bin hier mal eine Zeit lang regelmäßig gejoggt", erzählt Claudia. "Am schönsten ist der Eversten Holz aber bei einem Morgenspaziergang, wenn das erste Licht durch die Bäume bricht!"


Spazierengehen, Joggen, Radfahren, Laternelaufen, usw. all das ist im Eversten Holz möglich

Wohnen mit bester Aussicht, direkt am Eversten Holz
Wir nehmen unsere Fahrräder mit und fahren ein kleines Stück durch den Stadtwald, um ihn an einem kleineren Ausgang wieder zu verlassen. Hier stehen viele schöne, große Häuser, in die ich sofort einziehen würde. Für Claudia sind diese aber nicht so typisch Eversten, sondern eher ein guter Mix aus solchen Altbauten, alten Bauernhöfen (von denen aber die wenigsten noch in Betrieb sind) und Wohnblöcken.

Und schon wieder ein interessantes Fundobjekt in einem Vorgarten
Claudia selbst wohnt in einem Areal, auf dem früher die Gewächshäuser und das Familienhaus der Firma Hoppe standen. "Ich finde es schön, in einem Haus mit Geschichte zu wohnen" erklärt Claudia und man merkt, dass sie sich mit Eversten richtig verbunden fühlt.

Heute lässt sich gar nicht mehr vermuten, wie groß dieser Familienbetrieb einmal war

Ein wunderschönes Haus mit Geschichte: so lässt es sich rundum gut leben
Claudia und ich verabschieden uns an ihrer Wohnungstür (nachdem wir noch 20 Minuten über Bücher, Kultrevents und Gott und die Welt geschnackt haben). Auf dem Weg nach Hause fahre ich nochmal durch Eversten, vorbei an Punkten, die heute nicht auf unserer Route lagen und trotzdem gezeigt werden müssen, weil sie auch typisch Eversten sind:

Buntes Kunstwerk an einer Hauswand in der Edewechter Landstraße

Kriegsdenkmal in der Nähe der Autobahnauffahrt

Wunderschöne kleine Villa, gegenüber vom Eversten Holz in der Hauptstraße
Dank Claudia habe ich noch ein bisschen mehr Inneneinsicht in einen Stadtteil erhalten, mit dem ich (über meine Schwiegerfamilie und weil wir an seiner Grenze wohnen) selbst schon eng verbandelt war. Es war auf jeden Fall sehr interessant, die Stellen, an denen man tagtäglich vorbei kommt, mal genauer zu betrachten und sich ein bisschen über deren Geschichte zu informieren. Und auch wenn wir nicht bis ans äußerste Ende von Eversten gekommen sind, habe ich doch Unbekanntes gesehen.

Ganz lieben Dank also für die tolle Führung, Claudia, und ich hoffe, dass es euch wieder gefallen hat, einen "neuen" Stadtteil vorgestellt zu bekommen! Was verbindet ihr denn mit Eversten? Und freut ihr euch auch schon auf den Brunnenlauf im Juni?

Als nächstes zeigen Eric und ich euch sein Viertel "Haarentor" (vielleicht besser als "Uni-Viertel" bekannt). Also dann: bis zum nächsten Mal!

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