Janssen Revisited // Kunst aus einer anderen Perspektive

31.8.17


Huhu ihr Lieben! Ich melde mich mit neuem Elan zurück aus der Sommerpause. Auch wenn manch einer munkelt, den Sommer gab es dieses Jahr in Oldenburg gar nicht, waren wir trotzdem viel draußen unterwegs, haben eine Woche Urlaub in Bayern gemacht und einfach die Zeit genossen. Ja, so vergehen die Tage auch ganz schön schnell und schwupps war er da: ein weit im Voraus angekündigter Termin im Horst-Janssen-Museum.

 Am 29. August gab es nämlich für alle, die beim ersten Oldenburger Instagramtreffen da waren (und für ein paar glückliche Gewinnerinnen) eine kostenlose Künstlerführung durch die aktuelle Ausstellung "Janssen Revisited". 


"Zeichenschrift"-Stempel

Bevor ich euch von der tollen Führung und dem schönen Abend im Museum erzählen kann, muss ich knallhart ehrlich sein. Ich mag/mochte Horst Janssens Kunst nicht sonderlich. Im Vorbeigehen hatte ich mal ein paar Selbstporträts von ihm gesehen, die mir nicht zusagten, weshalb ich bisher auch nur eine Ausstellung in diesem Museum gesehen hatte - und die war sogar von einem anderen Künstler: Salvador Dalì (im Jahr 2015).

Aber ich wollte Janssen noch eine Chance geben und mir ein neues Bild von ihm machen. Und da kommt die Künstlerin Helene von Oldenburg ins Spiel. Die erwartete mich (und knapp 30 andere Instagrammer/innen) nämlich letzten Dienstag Abend in ihrer Ausstellung "Janssen Revisited" - auf deutsch: "Janssen Wiederbesucht" (Haha, für mich wäre "first visited" zutreffender gewesen ;)

"Schwebende Bilder"

Nach diesem Vorgeplänkel kann ich nun endlich die Frage beantworten, was euch erwartet, wenn ihr euch auch die Ausstellung ansehen wollt:

In der ersten Ebene sind Bilder von Janssen aufgehängt, die Helene von Oldenburg genau unter die Lupe genommen und daraus einzelne Pinselstriche herausgelöst hat (im übertragenen Sinne). Aus diesen Strichformen hat sie dann ein Alphabet entwickelt, die "Zeichenschrift", die man im hinteren Teil der Etage gleich selbst ausprobieren kann (auf einer Tafel, am PC oder mit den eigens angefertigten Stempeln).

Ein Turm aus Bildern

Und auch auf der zweiten Ebene zeigt sich der Blick der Künstlerin fürs Detail in Janssens Werken. So übermalte/beklebte sie die Glasscheiben von Bilderrahmen, um bestimmte Ausschnitte der Bilder in den Fokus zu rücken. Oder sie arrangierte in einer anderen Ecke vier gleich Drucke nebeneinander, die sich nur in einer winzigen Kleinigkeit unterscheiden: der (fehlenden/gestempelten/gefälschten) Signatur.

 
Ausschnitt aus einer von Janssens Zeichnungen

Meine Lieblingsetage war aber eindeutig die dritte. Hier treten Janssens Zeichnungen in Konkurrenz zu auffälligen Tapeten und entfalten so als Gesamtkunstwerk eine ganz eigene Wirkung. Vor allem die Werke in den Bilderrahmen ohne Rückwand gefielen mir von allen am besten (s. Bild weiter oben). Sie schwebten quasi vor der schönen Tapete.

Melanie Robinet alias @FraeuleinSuessholz arbeitet im Museum und war als Organisatorin und Expertin dabei

Ich in meinem Lieblingsraum vor meiner Lieblingstapete

Hier hätte ich wirklich noch bis Mitternacht bleiben und mir alles anschauen wollen. Aber es gab ja noch Programmpunkte, die sich das Museum für uns ausgedacht hatte. Zu allererst wurden wir wieder reich beschenkt - mit wunderschönen Goodiebags, die diesmal wieder mit Stiften (juhuu!) und einem Nagellack von Edding, einem Notizblock von Isensee und Burgerbuns von MüllerEgerer befüllt waren. Und nicht zu vergessen: mit Tapetenresten aus der dritten Etage, die wir nun selbst in Kombination mit Kopien von Janssen-Bildern zu einem Kunstwerk zusammen basteln durften.


Mein "Janssen"

Das hat wirklich richtig Spaß gemacht! Man sollte öfter im Museum basteln dürfen. Und so hat es also ein "echter" Janssen zu mir nach Hause geschafft und steht jetzt in meinem Schlafzimmer.


Am Ende des Abends (der leider viel zu schnell vorbei war) gab es noch eine Verlosung, bei der ich einen Janssen-Ausstellungs-Katalog gewonnen habe. Nun habe ich also noch die Möglichkeit, mich weiter mit einem Künstler zu beschäftigen, den ich gerade erst kennengelernt habe.

Aber noch wichtiger als die Bekanntschaft mit diesem Oldenburger waren am Dienstag die schönen und interessanten Unterhaltungen mit den anderen Instagrammer/innen. Toll, dass es so eine Plattform für regelmäßige Treffen gibt! Wenn ihr auch aus Oldenburg kommt und mitmachen möchtet, könnt ihr auf Instagram @connectinol folgen und vielleicht ja auch zum nächsten Treffen am 11.11. kommen.

Perspektivwechsel: "(Helene von) Oldenburg sieht Horst Janssen"

 Auf jeden Fall möchte ich euch auch noch die Nacht der Museen nahelegen, die hier am 23. September stattfindet und wo ihr für nur 5€ die Möglichkeit habt, alle Oldenburger Museen kennnzulernen/wiederzusehen und noch tolle Extras, wie Livemusik oder Lettering (von @fraeuleinsuessholz im Horst-Janssen-Museum) mitzunehmen.

Also dann viel Spaß bei eurem nächsten Museumsbesuch!

Mein Tipp: Nehmt euch eine nette Begleitung mit und versucht, die Kunst auch mal ganz anders zu sehen (vielleicht könnt ihr ja einen Kopfstand machen ;)
 

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