Von Klavier-Kabarett und Hörspielabenden // Zwei freifeld»jurten Künstler stellen sich vor

19.8.16

Bei meinem Interview mit Thea und Marlene kamen die beiden richtig ins Schwärmen, wenn es um manche Programmpunkte für freifeld»jurten ging. Und als ich sagte, dass ich gerne vorab ein, zwei Künstlerinnen oder Künstler auf dem Blog vorstellen möchte, schlugen sie mir gleich welche vor. Zwei davon habe ich mir nun herausgepickt und hoffe, dass ich euch mit diesem Post einen kleinen Vorgeschmack auf das freifeld»jurten-Programm liefere und (minimal) veranschaulichen kann, wie vielfältig das Angebot sein wird.

Dienstag, 30. August, 16 Uhr

Vielseitig talentiert: Justin Hibbeler am Klavier. Foto: Frank Machnow


Vom Germanistikstudenten, der noch nie auf einer Bühne stand, zum Vollblutschauspieler, der sein Publikum auch ganz alleine mit einem 90-Minütigen Programm unterhalten kann, in nicht mal vier Jahren. Das ist der schauspielerische Werdegang von Justin Hibbeler. Der Rasteder sprang erst nur für eine fehlende Klavierbegleitung beim Unitheater OUT ein, gehörte aber bald schon zum Stammpersonal und wirkte bisher in über 10 Bühnenproduktionen mit. Und nun wird er ab Oktober in Hannover Schauspiel studieren. "Damit hätte ich nie gerechnet. Obwohl... meine Oma hat ja immer gesagt: Justin wird bestimmt mal Komiker."

Seine komische Seite zeigte er dem Oldenburger Publikum bereits bei zwei abendfüllenden Kabarettprogrammen. Und auch auf dem letzten freifeld festival stand Justin Hibbeler auf der Bühne, um seine pointierten Gedanken zu einfachen Alltagssituationen zum Besten zu geben. Für das diesjährige freifeld»jurten wird er ein "Best of" seines Kabarett-Repertoires zeigen, das hauptsächlich aus Liedern besteht - darunter einige ältere, aber auch ein paar neu komponierte.

Justin rockt bald nicht mehr nur die Bühne des Oldenburger Unitheaters. Foto: Tim Strazny
Der Titel seines Auftritts kommt übrigens nicht von ungefähr. "Es wird wahrscheinlich wirklich vorerst mein letzter Arbeitstag als Kabarettist sein", erzählt er mir im Hinblick auf den Beginn des Schauspielstudiums. Trotz räumlicher Trennung will er Oldenburg aber nicht lange fern bleiben: "Vielleicht kehre ich, wenn ich Zeit habe, zwischendurch auf die heimischen Bühnen zurück." Schließlich wirkt er außerhalb des OUTs noch bei anderen Theaterprojekten (12 Meter Hase und Tresentheater) mit, die ihn sicher nur schweren Herzens gehen sehen.

Doch vorher freut sich der 24-Jährige auf die entspannte Atmosphäre auf der Lazaruswiese. "Beim diesjährigen freifeld finde ich schön, dass man nicht getrieben von einem Programmpunkt zum nächsten jagen muss. Es wird ein richtiges Entspannungsfestival."

Wer sich nun von Justins viel gelobtem kabarettistischen Talent selbst überzeugen möchte, kann ihn am 30. August ab 16 Uhr in der Jurte sehen oder auch an folgenden Tagen ein Stück vom Tresentheater in der Café-Jurte mit ihm bestellen*:
Sonntag, 21.8., 14 Uhr
Donnerstag, 25.8., 16 Uhr
Sonntag, 28.8., 14 Uhr
Donnerstag, 1.9., 16 Uhr

[*Wie das Tresentheater "Aufgetischt" funktioniert, lest ihr am besten auf deren Homepage nach oder testet es einfach aus ;)]

Donnerstag, 25. August, 19 Uhr und Samstag, 27. August, 17 Uhr

"Ich bin schon seit Kindertagen hörspielverrückt", erzählt mir Christian Gude gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Dass diese Leidenschaft nicht nur ein Hobby blieb, hat er der Kunstakademie Münster zu verdanken. Dort entwickelte Christian als Student seine erste akustische Arbeit und wurde von seiner Professorin motiviert, mehr im Klangbereich zu machen und sein Talent voll auszuschöpfen. Und so brennt der studierte Medienkünstler auch heute noch für Hörspiele und hat sich 2005 unter anderem damit selbständig gemacht. "Nach dem Lesen ist das Hörspiel für mich die Form mit der höchsten Intensität", so der 44-Jährige.


Christian Gude ist mit Hörspielen aufgewachsen. Seine Begeisterung fürs akustische Erleben will er an das freifeld-Publikum weiter geben. Foto: privat.

Wer mit Hörspiel nur Benjamin Blümchen verbindet, dem wird sich bei Christians Auftritten in der ersten freifeld»jurten-Woche eine ganz neue Welt erschließen. "Es gibt eine sehr aktive, freie Hörspielszene, die neben den großen Produktionen der öffentlich-rechtlichen Sender leider zu wenig Beachtung findet", erklärt der gebürtige Münsterländer, der selbst schon an Hörspielfestivals teilgenommen hat. Bei solchen Festivals sitzt man in gemütlicher Atmosphäre zusammen und lauscht gemeinsam den Werken anderer Künstlerinnen und Künstler. Und genau so etwas hat Christian für seine Präsentation in der Jurte geplant. "Für das freifeld-Publikum habe ich eine kleine Auswahl an Hörspielen zusammengestellt, die zwischen 47 Sekunden und 17 Minuten lang sind." Und natürlich hat er keinen geringeren Anspruch als die Zuhörer mit seiner Begeisterung anzustecken.

Doch selbst wenn ihr noch Neulinge auf dem Hörspiel-Gebiet seid, könnten manch einer oder einem von euch die "Hörgänge" bekannt sein, die Christian Gude für Oldenburg entwickelt hat. Partner des Projekts sind das Edith-Russ-Haus für Medienkunst und die Landesbibliothek Oldenburg. Die Hörgänge sind ein akustisches Experiment, bei dem man sich als Spaziergängerin oder Spaziergänger mitten durch ein Hörspiel bewegt und zum Beispiel auch eine Zeitreise in die Vergangenheit der Stadt unternehmen kann. Die einzelnen Episoden können an verschiedenen Orten in der Innenstadt - kostenlos - gehört werden, darunter zum Beispiel am PFL, am Alten Rathaus oder auf dem Pferdemarkt. "Das Besondere ist, dass der Hörer im Mittelpunkt des Geschehens steht und sich um ihn herum die Geschichte abspielt", erzählt Christian mit strahlenden Augen.

Buntes Marktplatztreiben an der Lambertikirche. Nein! Nicht zu sehen, sondern zu hören. Foto: Hörgänge
Doch ich will hier gar nicht zu viel vorweg nehmen. Wenn ihr mehr über die Hörgänge erfahren oder gleich in die Welt der Hörspiele abtauchen wollt, könnt ihr entweder einen der "Hörfeld"-Abende in der Jurte besuchen oder ihr probiert bei eurem nächsten Spaziergang durch die Stadt die Hörgänge einfach selbst aus (was ihr dafür braucht, erfahrt ihr hier).

Zum Schluss verrät mir Christian noch, warum das Hörspiel im Gegensatz zu anderen Medien einen so vereinnahmenden und mitreißenden Charakter hat: "Irgendwer hat mal gesagt: seine Augen kann man schließen, die Ohren aber nicht."


Ich weiß nicht, wie es euch jetzt geht, aber ich habe in meinem Leben noch kein Klavier-Kabarett und keinen Hörspielabend gesehen/gehört/erlebt. Und genau deshalb ruft die kleine Stimme namens Neugier in mir: Los! Ausprobieren! Sofort!

Ich bin gespannt und lasse mich gerne überraschen. Und ihr?

Das Kulturereignis freifeld»jurten findet ihr ab dem 19. August (also ab heute) bis zum 3. September auf der Lazaruswiese (hinter dem OLantis). Mehr Infos gibt es auf der freifeld»jurten-Homepage oder -Facebookseite (zum Beispiel auch eine Video-Wegbeschreibung zur Lazaruswiese).

Wenn ihr wissen wollt, wie das freifeld 2013 und 2014 war, könnt ihr hier meinen kleinen Rückblick (in Bildern) anschauen.

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