Unverpackt einkaufen in Oldenburg // Nachhaltig leben

16.8.16


Als vor ein paar Wochen das Greenpeace-Schiff Beluga II an der Kaimauer des Stadthafen anlegte, sind meine Freundin Livia und ich dem Aufruf gefolgt, das Schiff zu besuchen und sich über die Auswirkungen von Plastik(müll) auf unsere Umwelt zu informieren.

Die Fakten, die uns dort präsentiert wurden, kannten wir schon aus Fernsehen und Zeitung, aber manchmal braucht man eben eine Initialzündung, um wirklich etwas in seinem Leben zu verändern. Ich habe diese Erfahrung auf dem Greenpeace-Schiff zum Beispiel genutzt, um meinen Kosmetikschrank ab sofort auf Naturkosmetik umzustellen. Naturkosmetikmarken verzichten nämlich auf Mikroplastik und andere Stoffe (wie zum Beispiel Silikone), die in Verdacht stehen, die Umwelt zu schädigen.

Doch Mikroplastik ist die eine Sache. Offensichtlicher ist natürlich der Verpackungsmüll der tag-täglich (oder stündlich) zu Hause im gelben Sack landet. Gemüsetütchen, Duschgelflaschen, Schokoriegelpapierchen, und so weiter und so fort. Von diesem Müll kommen laut Greenpeace bis zu 13 Millionen Tonnen in unsere Meere und belasten das Ökosystem stark, da Plastik nun mal nur schwerlich und auch nicht vollständig natürlich zersetzt werden kann.
Ich teste die "Bulk"-Station bei Ecocion. Papiertüten hängen dort zwar bereit, aber noch sinnvoller und umweltschonender ist es, wenn man sich ein Glas oder eine Dose von zu Hause mitbringt.

Doch gut, dass es viele Menschen gibt, die aus der Idee, Lebensmittel unverpackt zu verkaufen einen Trend gemacht haben. Und so entstehen gerade überall in Deutschland Geschäfte oder Stationen, wo man sich Trockenwaren, wie Nudeln, Reis, Erbsen&Co., aber auch Haushaltswaren wie etwa Waschmittel in selbst mitgebrachte Gefäße abfüllen kann.

In Oldenburg gibt es zwar (noch?) keinen solchen Laden, aber ich habe mal ein bisschen überlegt und euch bei Facebook und Instagram gefragt, wo man hier Lebensmittel&Co. unverpackt bekommt. Nachdem ich also ein paar Läden abgeklappert habe und überall freundlich empfangen wurde, kann ich euch nun eine kleine feine Liste (und schöne Fotos, die Livia geschossen hat) präsentieren:


Wo gibt es unverpackte Waren in Oldenburg?

Lebensmittel

 Veggiemaid (Laden & Café)
 Wo? Damm 34
Was? Getreide, Nüsse, Früchte, Müsli & Co., aber auch Shampoo, Waschmittel, Seife, Allzweckreiniger und Spülmittel

Ecocion
Wo?     Ahlkenweg 1, Ecke Hundsmühlerstraße
Was?   Getreide, Nüsse, Müsli, Gummibärchen und weitere Trockenware;
             Käse an der Käsetheke; Obst und Gemüse

Wochenmärkte
Wo?    alle Orte und Zeiten findet ihr hier (Homepage der Stadt)
Was?  Gemüse, Obst, Fleisch, Käse, Eier, Blumen und vieles mehr


Vielfalt aus den Schüttbehältern: Jeder kann sich so viel abfüllen, wie er braucht. Kein Verpackungsmüll, keine vorgeschriebenen Mengen (hier die Unverpacktstation bei Ecocion).

Tee&Kaffee

 Nölker&Nölker
Wo?     Lange Straße 37
Was?   Tee, Kaffee, Gewürze, Zucker (auf Nachfrage), Ingwer, Pralinen

Contigo
Wo?     Staustraße 3-4
Was?    Kaffee

PS: In Oldenburg gibt es viele (kleine) Teeläden, die ihren Tee aus großen Behältern abfüllen. Ich hatte leider nicht die Zeit, alle abzuklappern, aber fragt doch einfach im Teeladen eures Vertrauens, ob ihr auch eure eigene Dose dort (wieder) befüllen lassen könnt.

Gewürze bei Nölker&Nölker

Tee und Kaffee soweit das Auge reicht.


Süßwaren

 Süßholz
Wo?     Markt 22, gegenüber vom Alten Rathaus
Was?   Lakritz (und auch ein paar Gummibärchen ohne Lakritze)

Sapori d'Italia
Wo?    Kurwickstraße 1
Was?   Italienisches Gebäck 

Verführerisch: Lakritz-Bonbons und -Gummibärchen zum Selbstabfüllen bei Süßholz.


Pralinen bei Nölker&Nölker: Wieso nicht mal im Glas statt im Plastiktütchen verschenken?


Öle, Essige & Co.

 Oil&Vinegar
Wo?     Lange Straße 47
Was?   Essig und Öl

Vom Fass
Wo?     Kurwickstraße 2
Was?   Essig, Öl, Alkoholisches



Bei allen aufgeführten Geschäften könnt ihr eure eigene Verpackung mitbringen und die angegebenen Waren abfüllen lassen. Also wieso nicht zum nächsten Teekauf einfach eine Büchse mitbringen? Oder zum Brötchenkauf einen Stoffbeutel? (Siehe auch die nachfolgenden Tipps)

Lasst uns ein bisschen #wellemachen für den Schutz unserer Umwelt!


Allgemeine Tipps, um Plastik im Alltag zu vermeiden

  • Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen anstatt eine der (neuerdings fast überall) kostenpflichtigen Plastiktüten zu kaufen (dürfte mittlerweile allen klar sein)
  • Obst und Gemüse lose in den Einkaufskorb/-wagen legen anstatt fünfmal zur Tütchenrolle greifen 
  • Brot und Brötchen in saubere Stoffbeutel statt in Papiertüten füllen lassen
  • eigenen Thermosbecher statt Pappbecher für den Coffee-to-go (Oder: einfach den Kaffee im Café sitzend genießen)
  • Tupperdosen für die Kuchenstücke beim Bäcker mitbringen
  • (Natur)Kosmetik ohne Mikroplastik kaufen

Habt ihr noch mehr praktische Tipps oder kennt ihr andere Läden oder Örtlichkeiten, wo es in Oldenburg unverpackte Lebensmittel gibt? Dann nur her damit! Ich freue mich über eure Ideen

PS: Ich war nicht die Erste, die sich mit dem Thema "Unverpackt in Oldenburg" beschäftigt hat und so könnt ihr auch noch einige Infos dazu auf dem Blog von Caro ("einbisschengrüner") finden. Viel Spaß beim Lesen!

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3 Kommentare

  1. Ich habe inzwischen einige Taschen aus durchsichtigem Organza, die ich für Obst und Gemüse gerne verwende. So liegen mehrere Obststücke wieder gesammelt beisammen und der Kassierer sieht auch ohne Plastiktüte, was ich kaufe.

    LG Biene
    http://lettersandbeads.de

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  2. Die größte Auswahl an unverpackten Lebensmitteln in Oldenburg hat inzwischen Veggiemaid am Damm. www.veggiemaidamdamm.de

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    1. Oh ja stimmt, danke für den Hinweis! Werde ich in den Artikel mit aufnehmen!

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