Leckeres von "Derbe Kost" // Regionale Küche

2.6.16

Dass ihr noch nichts von Derbe Kost gehört habt, liegt daran, dass ich meiner Aufgabe als Stadtbloggerin nachkomme und für euch immer die neuesten Trends aufspüre. Ob im kreativen Bereich (bei den Sketchnotes, die mir Andrea erklärt hat) oder, wie im Folgenden, zum Thema Essen.

Dafür habe ich mir wieder einmal die Finger bei Instagram wund geklickt und festgestellt, dass im berühmten Fototnetzwerk viele Schlagworte (#Hashtags), die im Zusammenhang mit Essen und neuen Ernährungstrends genannt werden folgendermaßen lauten: Bio, Veggie und auch Regional. Und diese Hashtags führten mich irgendwann auch zum Instagram-Account von Derbe Kost. Die wundervollen Fotos von schmackhaft aussehenden Zutaten aus dem Oldenburger Umland haben mir Hunger auf mehr gemacht und so traf ich mich mit Derbe Kost-Gründer Jan zum Interview.

> Das Logo von Derbe Kost<
Alle Bilder in diesem Post sind übrigens (c) Derbe Kost.

Doch was ist Derbe Kost denn nun? Um das zu erklären, unternehmen wir einen kleinen Exkurs ins nicht-virtuelle Leben: Wer mal kurz aus Oldenburg raus kommt, kann eine Sache sicher nicht übersehen: Niedersachsen ist das Land der Landwirtschaft - Kühe und Felder so weit das Auge reicht.

Wieso also Tomaten aus den Niederlanden und Käse aus Bayern essen? Das haben sich auch Jan Pröhl und sein Nachbar an einem lauen Sommerabend im Garten gefragt und gedacht: "Könnte man sich nicht komplett regional ernähren?"
Schnell stellen die beiden fest: Man kann.


Klingt exotisch, ist aber echt regional: Nierenzapfen an Wildkräutern.

"Ich habe früher schon in den Hofläden in der Umgebung eingekauft und gemerkt, dass sich das Angebot dort nicht groß von dem in den Supermärkten unterscheidet. Wenn man mal von Hygieneartikeln absieht...", erklärt mir der 29-Jährige bei unserem Treffen. "Und wir haben echt Glück in Oldenburg. So eine große Dichte an extrem guten Produzenten hat man vielleicht erst in Bayern wieder", schwärmt der Niedersachse weiter.

Der Meister am scharfen Messer: Jan Pröhl.

Jan, der gebürtige aus Walsrode kommt, entdeckt seine Leidenschaft fürs Kochen mit 10 Jahren. Nach der Schule schlägt er dann andere Wege ein, absolviert Ausbildung und Studium, doch die Freude daran, eine große, hungrige Meute satt zu bekommen bleibt.

Zusammen mit seinem Nachbarn hat er dann im letzten Sommer die Idee, eine alternative Gastronomie - also kein Restaurant, sondern einen Cateringservice oder einen Foodtruck - auf die Beine zu stellen. Die Zutaten für ihre Speisekarte sollen dabei ausschließlich von Produzenten aus dem Umland stammen, "radikal regional" eben.

Mittlerweile ist das Team um Jan weiter gewachsen, neben seinem Nachbarn Jan Schröder hat sich auch Yasmin Ehlers ganz der Idee von Derbe Kost verschrieben: uns Oldenburger/innen mit leckerem Essen von "um die Ecke" zu erfreuen.

"Wir wollen alle gemeinsam an einen Tisch bekommen"

So könnte ein Event mit Derbe Kost aussehen. Hauptsache alle speisen an einer langen Tafel.

"Gerade auf dem Land war es früher ganz normal, erst gemeinsam zu kochen und später an einem großen Tisch zusammen zu sitzen und zu essen." Und heute? Heute leben wir meist nicht mehr in Großfamilien und sehnen uns vielleicht genau deswegen nach dieser besonderen Art der Geselligkeit.

An dieser "Leerstelle" setzt Jan mit Derbe Kost an und sein Traum scheint wie ein kleiner Blick zurück in eine nicht-globalisierte Welt: regionale und saisonale Zutaten, alte, norddeutsche Rezepte und die geteilte Freude an gutem Essen.

Um dieses Lebensgefühl einzufangen und selbst besser umsetzen zu können, ist er mit einer Liste an Fragen durch das Oldenburger Land gezogen. "Wir wollten von den Landfrauen und anderen Menschen vom Dorf wissen, wie und was sie früher gekocht haben. Die Befragten haben sich über unser Interesse gefreut und gerne ihre Rezepte mit uns geteilt."

"Viele Gerichte erinnern einen an die eigene Kindheit"

Im Frühjahr gibts natürlich Spargel. Hier als Salat mit Radieschen, Karpern, Ei, geröstetem Mohn und Waldhonigdressing.



Spargelsalat mit Radieschen und Mohn, Ochsenbacke mit grünem Spargel, Rhababer und Apfel, Bratkartoffeln mit Petersilienpesto, Strammer Max mit Stippe oder auch ein klassischer Labskaus gehören zum Repertoire von Derbe Kost.

Die Gerichte variieren von Monat zu Monat, je nachdem welches Gemüse gerade Saison hat. Um das Konzept "radikal regional" gänzlich zu erfüllen und es nicht nur als tolle Werbestrategie zu benutzen, gehen Jan und seine fünf Kollegen/Kolleginnen an die Grenzen des Möglichen. Olivenöl ersetzen sie zum Beispiel durch Hanföl, fehlende exotische Gewürze werden geschmacklich mit Wildkräutern aufgewogen. "Nur bei Salz und Wein machen wir eine Ausnahme. Alles andere beziehen wir aus einem Umkreis von 60 Kilometern rund um Oldenburg."

Die Landwirte sind laut Jan begeistert von Derbe Kost und unterstützen gerne das Projekt. "Ich stehe in persönlichem Kontakt zu allen Produzenten. Und sogar unsere Gäste könnten sich, wenn sie wollen, ankucken, wo und wie ihr Essen hergestellt wird."


Sauce hollandaise - nicht aus der Packung, sondern mit frischen und regionalen Zutaten selbst gemacht.



Wenn ihr nun Lust bekommen habt, norddeutsche, regionale Küche zu kosten, könnt ihr Derbe Kost für eure Veranstaltung buchen. Jan und die anderen kommen dann zu euch, kochen für und mit euch und stehen immer für gute Gespräche zu einem leckeren Spargel-Radieschen-Salat und einem Glas Bio-Wein bereit.

Bildquelle: www.facebook.com/derbekost/

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1 Kommentare

  1. Schön zu sehen, dass Regionalität und Frische sich durchsetzt.
    So soll es sein!

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