Kreativer Kulturaustausch in der Werkschule // Interkulturelles

25.6.16

Gemeinsames Töpfern verbindet. Alle Fotos (c) Werkschule e.V.
Was verbindet Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Teilen der Erde kommen?

Diese Frage müssen sich viele Personen, die für die Integration der neu angekommenen Flüchtlinge zuständig sind im Moment stellen. Auch die Werkschule Oldenburg hat sich diese Frage gestellt und kam zu einer Antwort:
Essen.
Und Handarbeiten.

Daraus entstand vor über zwei Monaten das Projekt ceramic - culinary - INTERculture, das junge Erwachsene einmal wöchentlich in den Räumen der Werkschule zusammen bringt. Die Gruppe besteht aus 14 Teilnehmer/innen zwischen 16 und 24 Jahren, die teils aus Oldenburg, teils aus weit entfernten Ländern kommen.
Kursleiter Curt Lehmann zeigt den Teilnehmer/innen, wie man ein Stövchen macht.
Ihre gemeinsame Aufgabe: Töpfern. Den Kopf frei bekommen. Und: sich kennenlernen und untereinander austauschen.

Unter fachmännischer Anleitung entstehen in den oberen Stockwerken der Werkschule jeden Mittwoch Tassen, Teller, Stövchen und noch weiteres Geschirr aus Ton.

Projektleiterin Norah Limberg freut sich über den regen Kulturaustausch, der seit der ersten Stunde im Projekt stattfindet. Und die jungen Handwerker/innen haben auch ihren Spaß daran.
"Für die Neuankömmlinge ist es wichtig, für einen Moment den Alltag zu vergessen, wie etwa die Sprachbarriere oder die mangelnde Privatsphäre in den Flüchtlingsunterkünften."

Deshalb gäbe es auch keine strikte Vorgabe, dass alle Teilnehmer/innen deutsch sprechen müssen. "Wenn jemand ein bestimmtes Wort nicht verstanden hat, hilft schon mal ein anderer mit der gleichen Muttersprache aus."



Klingt super. Aber wieso eigentlich töpfern?

"Beim Töpfern ist der ganze Körper involviert, man konzentriert sich nur auf das, was man gerade macht und hat am Ende ein richtiges Erfolgserlebnis. Das ist sehr bereichernd", erklärt mir Norah.
Außerdem läge Töpfern, wie viele andere klassische Handwerkstechniken, gerade voll im Trend. "Es ist eine Form der Entschleunigung - eine Gegenbewegung zu Schnellebigkeit und Digitalisierung."



Diesen Trend greift die Werkschule, die in den Achtzigerjahren aus der "Kultur für alle"-Bewegung in Oldenburg entstanden ist, natürlich gerne auf.
"Es ist schön, dass das Kunsthandwerk für junge Leute wieder einen gewissen Stellenwert bekommt", freut sich Norah. Mittlerweile kämen auch immer mehr Studentinnen und Studenten, die sich für die Kunstkurse der Werkschule interessieren, berichtet sie weiter.

Das Angebot der "Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit", die sich seit letztem Jahr in der Rosenstraße 41 befindet, ist dabei breit gefächert: von Bildhauerei, über Malerei bis hin zu Fotografie, Filmdreh und Graphic Novel ist alles dabei, was das (Hobby-)Künstler/innen-Herz begehrt.

Das Projekt ceramic - culinary - INTERculture läuft noch bis Ende dieses Jahres. Im November wird es dann ein öffentliches Aktionsprogramm geben, zu dem die gefertigten Stücke ausgestellt, aber auch - etwa bei einer gemeinsamen Teezeremonie - benutzt werden sollen.

Alle Interessent/innen sind herzlich dazu eingeladen.

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