Oldenburger Impro Meisterschaft - OIM // Kultur in Oldenburg

27.3.18


Spontan - das ist das Motto des Improtheaterfestivals SpontanOL, das letztes Wochenende zum zehnten vierten Mal in Oldenburg stattgefunden hat. Und spontan war auch mein Besuch beim Höhepunkt des Festivals, der 10. "Oldenburger Impro Meisterschaft" (OIM). 

Denn ich hatte zwar schon früher vom Festival gehört (und eigentlich hätte es mich schon längst einmal ansprechen müssen, weil ich selbst zwei Jahre Impro gemacht habe), aber irgendwie ist es mir immer durch die Lappen gegangen. Aber am Samstag hatte meine Freundin Anja zufällig noch eine Karte übrig und so kam ich kurzerhand noch am selben Tag mit in die Kulturetage - und das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.


Genausowenig wie ich geplant hatte überhaupt zum SpontanOL zu gehen, hatte ich vorher im Sinn einen Blogartikel darüber zu schreiben (entschuldigt also bitte die unprofessionellen Fotos). Aber der Abend war einfach so dermaßen toll, dass ich euch dieses Ereignis einfach nicht vorenthalten wollte!

Nun möchtet ihr aber bestimmt wissen, was mir an der "OIM" so gut gefallen hat. Meine Antwort: einfach alles ;)

  1. Die beiden unterhaltsamen Moderatoren Jürgen und Fredanko, die super souverän vor den 450 Zuschauer/innen ihr Programm präsentierten und kurzweilig durch den Abend führten.
  2. Die außergewöhnliche Sonderjury, bestehend aus der Puppenspielerin Julia und ihrer Puppe Tim, welche zwar etwas infaltionär mit Extrapunkten um sich schmiss, aber dabei so erfrischend ehrlich war.
  3. Die zehn gnadenlos guten Improspieler/innen, die von Nah und Fern nach Oldenburg gekommen sind, um ihre Kräfte (oder besser gesagt ihre Schlagfertigkeit) zu messen.
  4. Die musikalische Begleitung, die das Gespielte immer wieder passend untermalte (und von Bollywood bis Oper alles im Repertoire hatte).
  5. Das Oldenburger Publikum, das gute Einfälle hatte und sich gerne von der ausgelassenen Stimmung auf der Bühne mitreißen ließ, aber trotzdem auch kritisch bewertete und so am Ende den "Oldenburger Impro Meister" kürte.

Das Halbfinale mit den letzten vier von zehn Improkünstler/innen und den Moderatoren Jürgen (links) und Fredanko (rechts).
Leider vergisst man bei so vielen schönen und witzigen Szenen immer wieder welche, aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich schon lange nicht mehr so herzhaft gelacht habe, wie an diesem Abend: über einen Priester, der Bruder Jakob hieß und zwei Jesusfiguren anbetete, eine Taxifahrerin, die ihren Ex-Mann geschickt um den Finger wickelte und nicht zuletzt über einen armen Mann, der von seiner Frau geschlagen wird und deshalb bei seinem Schwager (Beruf: Arzt) in Behandlung war.

Die Charaktere, die die Improkünstler/innen innerhalb kürzester Zeit und mit den einfachsten Mitteln entworfen haben, waren fast ausnahmslos großartig inszeniert. Hinter jeder Antwort wartete eine neue Pointe, eine unvorhergesehene Wendung oder ein herzerweichender Gedichtvers.


Sonderjury Tim mit seiner Puppenspielerin Julia

Auch wenn ich gleich von Beginn an eine Favoritin hatte (die schlussendlich Zweite wurde), hätte jede/r andere Teilnehmer/in es verdient, Oldenburger Impro Meister zu werden. Und so war ich bei jeder Ausscheidung traurig, dass die Gruppe kleiner und kleiner wurde. Bis die letzten beiden Künstler/innen im Finale waren: Christine Sittenauer und Sebastian Barnstorf.

Co-Moderator Fredanko mit den beiden Finalist/innen Christine und Sebastian

Das Publikum fällte am Ende des Abends die Entscheidung, dass sich Sebastian "Oldenburger Impro Meister" nennen darf. Und ich war traurig. Einerseits, weil meine Favoritin nicht gewonnen hatte, aber vor allem weil dieses tolle Ereignis damit vorbei war. Eins wird mir auf jeden Fall in Zukunft nicht mehr passieren: dass ich die Oldenburger Impro Meisterschaft verpasse! Also wenn ihr das nächste Mal eine bunte Sprühflasche (s.o.) auf einem Plakat seht: schaut genauer hin, merkt euch den Termin, sichert euch frühzeitig Karten (die Kulturetage war bis auf den letzten Platz ausverkauft!) und vergesst Netflix oder Youtube! Lachmuskeltraining garantiert!

Und die Moral von diesem Blogartikel: ich sollte öfter (mal wieder) spontan sein! ;)

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Noch mehr Informationen zum SpontanOL bekommt ihr hier (denn neben der Meisterschaft gehört noch mehr zum Festivalprogramm - ich sage nur Workshops!). Und auf der Hompage findet ihr auch ein sehr schönes Video über das SpontanOL.

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