Visual Coach Andrea Reil im Interview // Oldenbürger/innen

27.4.16



Nach Bloggerin Biene von Letters & Beads stelle ich euch heute eine weitere Oldenburgerin vor, die mir online (genauer gesagt bei Instagram) über den Weg "gelaufen" ist, Andrea Reil.

Andrea ist eigentlich Wirtschaftsinformatikerin, arbeitet jetzt aber freischaffend als Visual Coach und hat sich auf Graphic Recording (visuelle Gesprächslandkarten) und Sketchnotes (visuelle Notizen) spezialisiert.

Da Sketchnoting gerade der neueste Hype unter Kreativen im Internet ist, war ich sowieso schon bei Instagram und Pinterest auf der Suche nach Inspirationen dazu. Und ich war überrascht, dass auch in Oldenburg Workshops zu diesem Thema angeboten werden, geleitet von - na klar - Andrea Reil. Meine Neugier war geweckt und ich wollte hinter das Geheimnis des Sknetchnotes-Hypes kommen.

Andrea Reil in ihrem Element: Mit Sketchnotes begleitet sie Veranstaltungen des Oldenburger Kreativnetzwerks Cre8. Foto: Robert Uhde
Hallo Andrea,
erzähl doch erstmal ein bisschen über dich. Wo kommst du her und wie bist du zu dem gekommen was du jetzt machst?
Hi Eva,
ich bin 41 Jahre alt, wohne in Westerstede und arbeite seit 15 Jahren in Oldenburg bei der EWE TEL GmbH im Bereich IT. Vor 3 Jahren bin ich über die Sozialen Netzwerke auf das Thema Visual Thinking gestoßen und habe einen gleichnamigen Kurs bei Anna Lena Schiller gemacht. Von da an war ich infiziert von der Methode visuelle Notizen und Protokolle zu erstellen und bin heute selbst Trainerin für Visual Thinking. Ich erstelle fast täglich Sketchnotes von Meetings und Vorträgen und arbeite seit einem Jahr freiberuflich als Graphic Recorderin.

Was sind Sketchnotes genau?
Sketchnotes sind visuelle Notizen. Anstatt Informationen nur in Schriftform festzuhalten, werden bei Sketchnotes zusätzlich Symbole, verschiedene Schriftarten und Strukturen verwendet.

Andrea war so lieb, ein paar Sketchnotes zu unserem Interview zu erstellen.
 Wieso gibt es gerade so einen Hype um Sketchnotes?
Ich denke das liegt auch mit am Hype, den die Gehirnforschung gerade erlebt. Beim Sketchnoten nutzen wir nämlich weitaus mehr Bereiche unseres Gehirns und können uns deshalb das Notierte besser und auch über einen längeren Zeitraum merken. Ja und außerdem bieten Sketchnotes einen Ausgleich zur tagtäglichen Bildschirmarbeit. Das hat mir als Wirtschaftsinformatikerin immer besonders gut gefallen. Und natürlich sehen Sketchnotes einfach toll aus und man hat eine Menge Spaß bei der Erstellung. Da die spontanen Bilder ja in der Regel die besten sind, entstehen oft sehr lustige Zusammenfassungen.

Woher nimmst du die Ideen für deine Sketchnotes?
Die kommen nach ein bisschen Übung ganz spontan. Ich habe mir mittlerweile eine visuelle Bibliothek erarbeitet, deren Bilder ich schnell abrufen und sketchen kann. Ein Glühbirne beispielsweise kann für viele Begriffe stehen: Idee, Verstand, KnowHow oder einfach Licht. Eine guter Einstieg dafür sind die Bikablo®-Bücher.

Wie könnte eine Sketchnote für Oldenburg aussehen? Hm... mal überlegen. Also eine Sketchnote zum Thema Oldenburg wäre bei mir auf jeden Fall sehr Café- und Shopping-lastig, denn ich liebe es, mit viel Ruhe durch die schöne Fußgängerzone zu bummeln und mich nebenbei durch Oldenburgs Köstlichkeiten zu schlemmen.

Ausschnitt aus Andreas Sketchnotes zu unserem Interview

Hältst du Oldenburg für eine kreative Stadt? Wenn ja, wieso?
Auf jeden Fall, da fällt mir natürlich als erstes das Cre8 Netzwerk ein. Die Veranstaltungen habe ich jetzt schon zum zweiten Mal mit einem Graphic Recording begleitet und ich bin ganz begeistert von dem Format bei dem sich Menschen aus Wirtschaft und kreativen Berufen zu einem bestimmten Thema und in immer wechselnden Lokalitäten zusammenfinden und dabei tolle Kontakte und Verbindungen knüpfen. Im Bereich Visual Thinking muss Oldenburg allerdings noch aufholen. Städte wie Hamburg und Berlin sind da natürlich etwas weiter, aber dafür bin ich ja jetzt da ;)

Na das hört sich doch gut an!
Vielen lieben Dank für das Interview, Andrea.

Und wenn ihr nun auf den Geschmack gekommen seid und selbst den Stift übers Papier tanzen lassen wollt, könnt ihr euch erstmal auf Andreas Homepage umsehen oder gleich einen Workshop bei ihr besuchen.

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