10 Dinge, die man getan haben sollte, wenn man in Oldenburg lebt

6.5.16

Wenn man gerade erst in eine andere Stadt gezogen ist, weiß man gar nicht, wo man anfangen soll, seine neue Heimat zu entdecken.

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich selbst bin vor knapp fünf Jahren nach Oldenburg gezogen (das ich davor nur von kurzen Besuchen kannte).

Am ersten Wochenende nach dem Umzug steuerte ich als erstes den Schlossplatz an, buchte eine Stadtführung und ging ins Schlossmuseum.

Für jemanden, der keine (heimliche) Leidenschaft für Kultur- und Stadtgeschichte hegt, ist das aber wahrscheinlich nicht die übliche Herangehensweise. Der- oder diejenige stürzt sich vielleicht eher ins Nachtleben der Stadt oder fährt mit dem Fahrrad durch die Gegend oder oder...

Nach gut viereinhalb Jahren haben sich nun für mich elementare Dinge herausgestellt, die wirklich jede/r Oldenburger/in einmal getan haben sollte. Und genau die stelle ich euch jetzt hier vor:


1. An einer Kohltour teilnehmen

Grünkohlpflanzen im Botanischen Garten

In Oldenburg dreht sich alles um den Grünkohl. Zumindest im Winter, wenn das grüne Gemüse Saison hat. Für Menschen, die aus anderen Teilen der Republik kommen, mag das Oldenburger Nationalgericht auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig erscheinen (ich spreche wieder aus Erfahrung). Aber schon nach ein paar Mal probieren, kann man auch als Nicht-Oldenburger/in zum echten Grünkohlfan werden.

Die Kohltour vervollständigt den Essenskult. Denn sie ist ein soziales Happening, dem man sich schwer entziehen kann. Vereine, Arbeitskollegen/-kolleginnen, Freunde - alle tun sich zusammen, um zur kalten Jahreszeit mit einem Bollerwagen durch die Gegend zu ziehen, ulkige Spiele zu spielen (natürlich meist nicht ganz nüchern) und später irgendwo einzukehren und Grünkohl zu essen.

Der Charme des Ganzen lässt sich schwer in Worte fassen, man muss es einfach erlebt haben.


2. Zum ersten Mal in die Lambertikirche treten und seinen Augen nicht trauen

Seiteneingang der St.-Lamberti-Kirche am Oldenburger Rathausmarkt


Um die Überraschung nicht zu verderben, gibt es an dieser Stelle keine Auflösung. Ich empfehle euch aber den Haupteingang (gegenüber von Mamma Mia) zu nutzen, damit die Verblüffung ihre volle Wirkung entfalten kann.


3. Mit dem Fahrrad ans Zwischenahner Meer (und zurück) fahren

Deutschlandweit ist Münster als fahrradfreundlichste Stadt des Landes bekannt, doch die wahre Fahrradstadt ist natürlich Oldenburg. Nur bis sich das überall herum gesprochen hat, dauert es noch eine Weile. In der Zwischenzeit radeln die Oldenburger/innen munter durch ihre Stadt und machen den Autos ihren Status als Könige der Straße streitig.

Wem das Radeln von und zur Arbeit zu wenig ist, der kann sich über zahlreiche Fahrradrouten um und durch Oldenburg informieren. Eine schöne Strecke ist zum Beispiel die zum Zwischenahner Meer. Die Ungeübten können übrigens für die Rückfahrt auch auf den Zug umsteigen. 

4. Auf den Nachtflohmarkt gehen

Dieser besondere Flohmarkt ist Teil einer Veranstaltungsreihe namens "Schlossfloh" und findet ein paar Mal im Jahr statt. Egal ob auf dem Pferdemarkt oder auf dem Schlossplatz, der Nachtflohmarkt hat einen ganz besonderen Charme.

Am schönsten ist er an lauen Sommerabenden, wenn die Sonne langsam hinter den Häusern verschwindet, die Standbetreiber ihre Lichterketten einschalten und ein Plattenspieler sanfte Gitarrenklänge über den Platz trägt. Hach...wann ist nur der nächste Nachtflohmarkt?


5. Bei Sonnenaufgang am Hafen stehen - den Fotoapparat im Anschlag

Der Oldenburger Hafen bei Sonnenaufgang


Im Sommer in aller Herrgottsfrühe, ich sage mal 6 Uhr, lässt der Stadthafen mit seiner Kulisse aus Frühnebel, der über der Wasseroberfläche schwebt, und einem orange-gelb-blauen Himmel nicht nur die Herzen von Fotografen/-innen höher schlagen.

Der Sonnenaufgang auf dem Bild oben traf mich übrigens unvorbereitet (beim frühmorgendlichen Warten auf einen Flohmarktstandplatz) und ist deshalb leider nur mit der Handykamera festgehalten. 


6. Mit seinen Freunden den ganzen Tag auf der Dobbenwiese verbringen

Die Dobbenwiesen sind eine große Grünfläche mitten im Dobbenviertel, die an sich unspektakulär ist, aber bei gutem Wetter jede Menge Raum für Picknicks, Spiele oder Sonnenanbeter/innen bietet. Hier kann man Musik machen, Bälle kicken oder einfach nur so lange mit seinen Freunden quatschen bis die Nacht über einen hereinbricht.

7. Beim Kramermarktsumzug den Kindern die Bonbons wegfangen

Buntes Treiben auf dem Kramermarktsumzug


Jede Stadt hat ihre fünfte Jahreszeit. In München ist es das Oktoberfest, in Köln und Mainz ist es der Karneval und in Oldenburg der Kramermarkt. Und der besteht nicht nur aus einem jahrhundertealten Volksfest (bzw. ursprünglich einem Markt der Krämer), sondern auch aus einem Festzug, der Jung und Alt auf die Straße lockt.

Wer aus einer Faschings-/Karnevalsregion kommt, kennt das Prinzip schon: Wagen mit lauter Musik und kostümierten Personen (Mitglieder von Vereinen und anderen Organisationen) fahren durch die Stadt und werfen Süßigkeiten in die Menge. Juhuu, Bonbons (Top-Tipp: nach Turm-Sahne Ausschau halten) für alle!! - Okay, besser gesagt, für die Flinkesten unter den Zuschauern (größte Konkurrenz: Kinder!).

8. An einem lauen Sommerabend auf dem Schlossplatz stehen und den Klängen des Kultursommers lauschen

Der Kultursommer war eine der ersten Großveranstaltungen, die ich als Neu-Oldenburgerin kennengelernt habe (neben dem Kramermarktsumzug) und die sofort unter "immer wieder besuchen" abgespeichert wurde. So etwas wie den Kultursommer braucht meiner Ansicht nach jede Stadt! Die Worte "Open Air", "Konzerte", "Sommer" und "kostenlos" fassen auch schon die besten Eigenschaften der Veranstaltung zusammen und locken jedes Jahr eine Menge Menschen in die Innenstadt.

Neben den schönen Konzerten auf dem Schlossplatz gehören noch ein Open Air-Kino, Theateraufführungen, ein Kinderprogramm und vieles, vieles mehr zum Kultursommer.
Was soll ich noch mehr sagen? Wir sehen uns dann im Sommer auf dem Schlossplatz!

9. Sich beim Stadtfest durch die Wallstraße tragen lassen

Kramermarkt, Kultursommer, Stadtfest - ja, ihr seht schon, in Oldenburg ist jedes Jahr ordentlich was los (zumindest wenns draußen warm ist, im Winter muss man sich selbst mit Kohltouren - siehe Punkt 1 - bei Laune halten). Beim Stadtfest wird die komplette Innenstadt zur Partymeile, mit Musik auf verschiedenen Bühnen und einer endlosen Zahl an Trink- und Essständen. 

Achso und natürlich massenhaft Menschen, die die kleinen Straßen sprengen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass es in der Wallstraße so voll wird, dass man seine Beine hochheben könnte und trotzdem voran kommen würde.


10. Einen echten Oldenburger reiten

So klappt's eher nicht: Reiten auf der Oldenburger Pferdestatue


Gemeint ist natürlich die große Pferdestatue in der Innenstadt, die einem sofort ins Auge springt, wenn man am Lappan steht. Dargestellt ist übrigens ein berühmter Zuchthengst, namens Donnerhall. Und was Pferde mit Oldenburg zu tun haben, wissen ja wohl nicht nur Reitfans. Schließlich ist die Stadt (bzw. das Umland) Namensgeber für die Rasse "Oldenburger".

Auch Graf Anton Günther war ein großer Pferdenarr und wenn ihm schon kein Denkmal in seiner Stadt erbaut wird, dann zumindest einem anderen echten "Oldenburger".

Wie schon gesagt, ist die Statue nicht gerade klein und deshalb schwer zu erklimmen (zumindest, wenn man nicht Trick17 anwendet). Die Person auf dem Foto, die mir natürlich gänzlich unbekannt ist, zeigt übrigens, wie man es nicht macht. Wie es richtig geht, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Und wer dann stolz hoch zu Ross sitzt, muss das natürlich auf einem Erinnerungsfoto festhalten.

-

Das waren die 10 Dinge, die man (meiner Ansicht nach) getan haben sollte, wenn man in Oldenburg lebt (oder auch nur die Stadt besucht). Mir war übrigens wichtig, dass es sich um Sachen handelt, die (prinzipiell) kostenlos sind. Wenn ihr meint, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe, dann schreibt gerne einen Kommentar. Vielleicht kommen ja so viele Vorschläge zusammen, dass ich daraus einen zweiten Beitrag ("Weitere 10 Dinge, die man getan haben sollte...") machen kann ;)

Und jetzt: Viel Spaß beim Ausprobieren!


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4 Kommentare

  1. Sehr schöne Tipps aber 2-3 Sachen fehlen noch :D 1) einmal auf den Elefanten bei nanunana sitzen. 2) die alte Mülldeponien besuchen 3) mit den drei Bären kuscheln (Schlossplatz)

    LG
    Alex von AlexRetroFotografie

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    1. Das stimmt, Alex. Ich habe auch zwischen Elefant und Pferd geschwankt und mich dann für das schwierigere entschieden ;)
      Meinst du mit Mülldeponie(n) den Utkiek?

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  2. Schöner Artikel! Habe gleich Lust nach Oldenburg zu fahren, naja irgendwann später mal :-)
    Claudia

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  3. Cool - als Ex-Oldenburger kommen da viele schöne Erinnerungen hoch. Jeder, der mal eine Kohlfahrt mitgemacht hat, wird wissen was ich meine.

    LG aus Budapest nach Oldenburg
    Christian

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